Der Kopf hat verstanden – warum geht es mir trotzdem nicht besser?
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:02: Willkommen bei Klarheit im Kopf, Glück im Leben.
00:00:05: Dein psychologischen Podcast für mehr Orientierung in Zeiten der Veränderung.
00:00:09: Hier geht es um dich und darum wie du deinen Weg findest Für ein Leben in Klarheit selbstbestimmt Und mit Liebe zu dir selbst.
00:00:17: Los geht's.
00:00:25: Kennst Du das?
00:00:27: Du weißt eigentlich ganz genau was du verändern müsstest.
00:00:30: Du hast verstanden warum du immer wieder ähnlich reagierst.
00:00:33: Vielleicht hast du sogar therapeutisch an diesem Thema gearbeitet Und trotzdem passiert es immer wieder.
00:00:40: Du sagst ja, obwohl du Nein sagen wolltest!
00:00:43: Du arbeitest weiter – obwohl du längster schöpft bist oder du reagierst viel heftiger als du eigentlich möchtest.
00:00:50: und hinterher fragst du dich Warum bekomme ich das nicht hin?
00:00:54: Ich weiß es doch eigentlich besser.
00:00:57: Willkommen bei Klarheit im Kopf Glück im Leben.
00:01:00: Ich bin Dr.
00:01:00: Ursula Kröger, bin mit Leidenschaftpsychologin und ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit der Frage was Menschen hilft psychisch und körperlich stabiler zu werden um ihr Leben bewusst zu gestalten.
00:01:14: Heute möchte ich mit dir der Frage nachgehen warum all das was wir über uns verstanden und vielleicht sogar schon therapeutisch bearbeitet haben im entscheidenden Moment manchmal trotzdem nicht zur Verfügung steht.
00:01:26: Ich habe doch eigentlich verstanden, was bei mir los ist.
00:01:28: Warum geht es mir trotzdem nicht besser?
00:01:32: Da sitzt zum Beispiel eine Frau vor mir die sich seit Jahren reflektiert und an sich arbeitet.
00:01:37: Sie weiß inzwischen ziemlich genau warum es ihr so schwer fällt nein zu sagen.
00:01:42: sie hat verstanden dass sie schon früh gelernt hat Verantwortung für andere zu übernehmen Und sie merkt inzwischen sogar wann sie wieder in dieses alte Muster hineingerät.
00:01:52: Vielleicht hat sie auch eine Therapie gemacht, dort hat sie gelernt ihre eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen.
00:01:58: Sie hätte Gefühle kennengelernt die sie früher kaum gespürt oder sofort weggeschoben hat.
00:02:03: Sie hat sich mit alten Verletzungen auseinandergesetzt zusammenhänge verstanden und vieles davon verarbeitet.
00:02:11: Das heißt im Gespräch kann sie sehr klar sagen ich will jetzt früher eine Grenze setzen Und dann kommt der Alltag.
00:02:20: Die Kollegin braucht noch etwas, die Mutter ruft an.
00:02:23: Zu Hause wartet eine Aufgabe nach der anderen.
00:02:26: Es gibt einen Konflikt, der geklärt werden müsste Und in diesem Moment ist von all dem was sie verstanden und erarbeitet und sich vorgenommen hat Erstaunlich wenig verfügbar.
00:02:38: Das heißt sie macht weiter wie vorher.
00:02:41: Oder nehmen wir jemanden, der längst weiß dass ihm sein Arbeitspensum nicht gut tut Er hat vielleicht sogar schon mit seinen Therapeuten gesprochen, warum es ihm so schwer fällt Ansprüche zurückzuweisen.
00:02:53: Er nimmt sich fest vor am Abend den Computer früher abzuschalten.
00:02:58: Dann kommt achtzehn Uhr.
00:03:00: Manche Mails sind noch nicht beantwortet.
00:03:02: Morgen steht die nächste Besprechung an wie wichtig ist und er arbeitet doch wieder weiter Oder vielleicht kennst du eine ganz andere Reaktion.
00:03:12: Du hast dir schon oft vorgenommen in bestimmten Situationen ruhiger zu bleiben.
00:03:17: Du weißt auch inzwischen genau, was dich auf die Palme bringt und vielleicht hast du auch verstanden warum du gerade auf bestimmte Bemerkungen so empfindlich reagierst.
00:03:27: Im Nachhinein kannst du solche Situationen sehr klar betrachten aber dann sagt dein Partner diesen Einsatz einen Kollege kritisiert dich in einem Moment indem du ohnehin schon unter Druck stehst oder jemand drängelt sich im straßensverkehr vor Und ehe du richtig darüber nachdenken kannst, hast du reagiert.
00:03:47: Du wirst laut!
00:03:48: Du sagst etwas was du eigentlich gar nicht sagen wolltest.
00:03:52: Vielleicht schickst du auch eine ärgerliche Nachricht ab und zehn Minuten später denkst du Warum habe ich das jetzt wieder gemacht?
00:03:58: Ich weiß es doch eigentlich besser.
00:04:01: Auch das kann sehr belastend sein gerade wenn du dich schon intensiv mit deinen Reaktionen beschäftigt hast und dir echt vorgenommen hast beim nächsten mal anders damit umzugehen Was dabei leicht übersehen wird.
00:04:14: Zwischen dem Moment, in dem etwas in uns ausgelöst wird und der Möglichkeit bewusst anders zu reagieren brauchen wir einen gewissen inneren Spielraum.
00:04:25: Und genau dieser Spielraum wird kleiner wenn wir erschöpft sind schlecht geschlafen haben oder schon den ganzen Tag unter Anspannung stehen.
00:04:34: Was passiert mit uns?
00:04:36: Oder in uns nachdem wir wieder so reagiert haben wie wir es gewohnt sind.
00:04:40: Viele Menschen sagen sich dann nicht Offenbar fehlt mir gerade die Kraft, das umzusetzen.
00:04:47: Sie verstehen sich selber nicht und zweifeln an sich selbst.
00:04:49: Warum kriege ich das immer noch nicht hin?
00:04:53: Und damit kommt zu der ursprünglichen Belastung noch etwas hinzu, nämlich die Enttäuschung über sich selbst.
00:05:00: Besonders reflektierte Menschen können darin sehr oft streng mit sich sein.
00:05:05: Sie haben so viel verstanden.
00:05:07: Vielleicht haben sie viel Geld und Zeit in Therapie, Coaching oder Seminare investiert und echter an sich gearbeitet, so dass irgendwann die Erwartung entsteht.
00:05:16: Jetzt müsste ich es doch endlich einmal
00:05:18: können.".
00:05:19: Und das ist der Punkt über den ich heute sprechen möchte.
00:05:22: Wenn zwischen etwas zu erkennen – und das auch im eigenen Leben zu verändern – liegt manchmal eine größere Strecke als wir denken?
00:05:32: Natürlich kann es ganz unterschiedliche Gründe dafür geben, warum uns eine Veränderung trotz aller Einsicht nicht gelingt!
00:05:40: Mich interessiert heute besonders einer davon, der aus meiner Sicht häufig zu wenig beachtet wird.
00:05:46: Haben wir überhaupt genügend Kraft und innere Stabilität um das was wir verstanden?
00:05:51: Und vielleicht auch schon therapeutisch erarbeitet haben im entscheidenden Moment tatsächlich umzusetzen?
00:05:59: Denn auch für Veränderung brauchen wir Kraft!
00:06:01: Wir müssen in einer belastenden Situation genügend eigene Sicherheit und inneren Spielraum haben um innezuhalten und eine andere Entscheidung zu treffen, und anders zu handeln.
00:06:14: Wenn ich völlig erschöpft bin, schlecht schlafe und seit Monaten unter Anspannung stehe – ist dieser Spielraum vielleicht sehr klein?
00:06:22: Das bedeutet nicht das therapeutische Arbeitumsonst zwar ganz im Gegenteil!
00:06:28: Psychischer und therapeutischer Arbeit kann sehr viel bewirken.
00:06:31: Wir können verstehen warum bestimmte Situationen eine so starke Reaktion in uns auslösen.
00:06:38: Wir können lernen, unsere Gefühle überhaupt wieder wahrzunehmen zu erkennen und zu unterscheiden.
00:06:43: Manche Menschen spüren beispielsweise lange Zeit nur so was.
00:06:47: wie mir geht es irgendwie schlecht Und erst in der therapeutischen Arbeit merken sie ob dahinter Angst liegt Wut Trauer Heflosigkeit Scham oder ein ganz anderes Gefühl.
00:07:01: Wenn Gefühlen wahrgenommen werden können verändert sich bereits etwas.
00:07:06: Wir können lernen, sie auszuhalten mit ihnen umzugehen und auch belastenden Gefühle so zu verarbeiten dass Sie uns nicht immer wieder in derselben Weise bestimmen.
00:07:16: Auch alte Muster können sich dadurch verändern.
00:07:20: Das alles gehört für mich zu einer guten therapeutischen Arbeit Und trotzdem habe ich im Laufe der Jahre immer häufiger Menschen erlebt bei denen etwas übrig blieb.
00:07:32: Das heißt ein Mensch hat verstanden, er hat emotional gearbeitet.
00:07:35: Er will etwas verändern und daraus kann ein Teufelskreis entstehen.
00:07:41: eine länger anhaltende seelische Belastung kann sich körperlich bemerkbar machen.
00:07:46: Ich schlafe vielleicht schlechter wenn erschöpfter weniger belastbar Und je weniger Kraft mehr zur Verfügung steht desto schwerer fällt es mir wiederum das umzusetzen was mir psychisch eigentlich helfen würde.
00:07:59: Aus so einer Situation heraus, wie im oben genannten Beispiel eben genannt von dir selbst zu verlangen ich muss meine Grenzen früher setzen kann natürlich zusätzlichen Druck erzeugen.
00:08:11: Du weißt schon längst was dir helfen würde nur du bekommst es nicht umgesetzt in deinem Alltag.
00:08:18: Die wichtige Frage lautet für mich inzwischen Warum steht dem Menschen das?
00:08:23: Was ja eigentlich kann und weiß in diesem Moment nicht ausreichend zur Verfügung?
00:08:29: Diese Frage hat meinen eigentlichen Blick als Psychologin verändert.
00:08:34: Ich habe lange sehr selbstverständlich von der psychischen Seite aus auf einen Menschen geschaut, das ist meine fachliche Herkunft und dieser Blick ist bis heute ein wesentlicher Teil meiner Arbeit.
00:08:45: Mit den Jahren wurde mir jedoch immer deutlicher wie eng unser psychisches Erleben mit unserem gesamten körperlichen Zustand verbunden ist.
00:08:56: Nehmen wir eine ganz einfache Situation Du hast einen schwierigen Termin vor dir.
00:09:02: Nehmen wir ein Gespräch mit deinem Vorgesetzten schon am Morgen, denkst du da dran?
00:09:07: Möglicherweise spürst du eine Anspannung im Bauch die Schultern ziehen sich hoch.
00:09:13: Du gehst das Gespräch im Kopf immer wieder durch.
00:09:16: vielleicht bist du gereizt als sonst.
00:09:20: nach dem Gespräch stellst du fest gut alles vorbei ist es sogar ganz gut gelaufen.
00:09:26: doch dein Organismus Dein Nervensystem braucht trotzdem noch eine Weile, bis die Anspannung nachlässt und das Ganze verarbeitet ist.
00:09:35: Das kennen wahrscheinlich viele!
00:09:38: Und bei Belastungen, die über Monate oder Jahre andauern wird dieser Zusammenhang noch deutlicher.
00:09:45: Unser Organismus reagiert schließlich die ganze Zeit mit.
00:09:49: Das Nervensystem ist beteiligt – der Schlaf verändert sich möglicherweise Hormonelle Prozesse reagieren und auch das Immunsystem steht in einem fortwährenden Austausch mit diesem System.
00:10:02: Deshalb greift für mich heute die Vorstellung zu kurz, dass wir eine lang andauernde Belastung allein dadurch lösen können, dass sie mental und emotional verstehen und aufarbeiten.
00:10:14: Klar – diese psychische Arbeit ist ein total wichtiger Teil!
00:10:19: Ich möchte heute aber zusätzlich wissen von den Menschen wie geht es ihm körperlich?
00:10:24: Wie schläft er, hat er morgens das Gefühl wieder Kraft zu haben?
00:10:28: Wie schnell erholt sich dieser Mensch von einer Belastung und hat er überhaupt genügend Reserven um das was er therapeutisch erarbeitet hat in seinem Alltag umzusetzen.
00:10:40: Das ist für mich eine ganz entscheidende Frage geworden Denn stell dir vor du hast gelernt deine Grenzen wahrzunehmen.
00:10:48: Du spürst inzwischen sogar ziemlich früh.
00:10:51: jetzt wird es mir zu viel.
00:10:53: Das ist ein super großer Fortschritt.
00:10:57: Aber jetzt musst du diese Grenze noch nach außen vertreten!
00:11:01: Du musst vielleicht deinem Chef widersprechen, ein Familienmitglied enttäuschen eine Bitte ablehnen einen Konflikt aushalten.
00:11:09: Dafür brauchst du Kraft.
00:11:12: Wenn dein gesamtes System ohnehin schon am Limit arbeitet greifst du sehr viel leichter auf das zurück was du seit... wenn dein gesamtem System ohne hin schon am limit arbeitet greifst du sehr viel leichter auf das zurück, was du seit Jahrzehnten kennst.
00:11:29: Du sagst doch wieder ja!
00:11:31: Du vermeidest den Konflikt, du funktionierst weiter und hinterher bist du wieder enttäuscht von
00:11:38: dir.".
00:11:40: Wenn wir diesen Zusammenhang verstehen können wir vielleicht etwas freundlicher- und gleichzeitig realistischer Aufveränderung schauen?
00:11:47: Dann lautet die Frage nicht nur, warum tue ich nicht endlich das, was sich doch längst weiß, dann kann man zusätzlich fragen habe ich im Moment überhaupt die körperliche und emotionale Stabilität, die ich brauche um etwas Neues anzufangen.
00:12:04: Umzusetzen!
00:12:07: Damit hat sich für mich auf die Frage verändert wie wir Menschen unterstützen können?
00:12:11: Natürlich gehören Schlaf Bewegung und Ernährung dazu ebenso Zeiten in denen der Organismus tatsächlich runterfahren kann.
00:12:19: Ich schaue inzwischen auch genauer auf die körperliche Versorgung und darauf wo eine gezielte Supplementation sinnvoll sein kann.
00:12:28: In den vergangenen Jahren habe ich mich darüber hinaus intensiv damit beschäftigt, wie eng das Immunsystem mit anderen Regulationssystem unseres Körpers verbunden ist und welche Bedeutung das gerade in Zeiten längerer Belastung haben kann.
00:12:44: Daraus ist für mich ein Bereich entstanden, den ich gerne als Immunintelligenz bezeichne.
00:12:50: Für heute ist mir ein anderer Gedanke wichtig.
00:12:54: Vielleicht gehörst du selbst zu den Menschen, die schon sehr viel über sich wissen.
00:12:58: Du hast Zusammenhänge verstanden, vielleicht therapeutisch an dir gearbeitet, Gefühle kennengelernt, verarbeitet und Entscheidungen getroffen von denen du weißt dass sie dir gut tun würden Und trotzdem gelingt es dir im Alltag nicht immer das auch umzusetzen.
00:13:15: Dann beobachte dich in den nächsten Tagen einmal unter einem etwas anderen Gesichtspunkt Wieviel Kraft steht dir in den Situationen?
00:13:22: In denen du etwas verändern möchtest tatsächlich zur Verfügung?
00:13:26: Was geschieht in deinem Körper, wenn du unter Druck gerätst?
00:13:30: Wie hast du in der Nacht davor geschlafen.
00:13:32: Wie erschöpft warst du schon bevor die schwierige Situation überhaupt entstanden ist?
00:13:38: und gibt es Phasen, in denen dir Veränderungen leichter gelingen – was ist in diesen Zeiten anders?
00:13:45: Das kann sehr aufschlussreich sein!
00:13:48: Manchmal fehlt uns nicht die Einsicht manchmal fehlt uns schlicht die Kraft aus dieser Einsicht etwas Neues entstehen zu lassen und dann lohnt es sich genau dort, genauer hinzuschauen.
00:14:00: In der nächsten Folge möchte ich deshalb der Frage nachgehen was länger anhaltender Stress in unserem Organismus bewirkt?
00:14:08: Und warum wir uns manchmal auch dann noch erschöpft fühlen wenn die größte Belastung längst vorbei ist!
00:14:17: Schön dass du heute dabei warst Wenn dich diese Folge berührt oder inspiriert hat.
00:14:21: abonniere gerne meinen Podcast und teile ihn mit Menschen die ihn brauchen könnten und denk bitte daran Du bist die Schöpferin der Schöpfart eines Lebens.
00:14:30: Bist ganz bald, ich freue mich auf dich!
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